Elektromobil Senioren

Meistens betrifft es ja ältere Menschen, denen zunehmend das Stehen und Laufen schwerer fällt. Klar, bestimmte Krankheiten können Menschen jeden Alters treffen, aber ich denke mal die überwiegende Mehrheit sind Senioren und Seniorinnen. Glücklicherweise gibt es heute dank moderner Technik viele Hilfen, um das Gehen trotzdem weiterhin zu ermöglichen.

Man denke da in erster Linie an den klassischen Gehstock: Dieser dürfte wohl die älteste Gehhilfe sein, und ist auch in der heutigen Zeit nicht wegzudenken. Bei leichten Unsicherheiten ist er immer noch eine prima Möglichkeiten, sich sicherer zu fühlen, zum Spazierengehen würde ich ihn auch immer wieder empfehlen. Denn die nachfolgenden Gehhilfen, so wirksam sie auch sind, haben immer die Gefahr, daß man sich aus Bequemlichkeit ihrer bedient, obwohl es noch gar nicht notwendig ist.

Das Elektromobil für Senioren

Das beste Beispiel ist das Elektromobil, auch vielfach „Scooter“ genannt. Jemand, der noch einigermaßen mit einem Rollator auch längere Strecken zurücklegen kann, der wird sich in Zukunft viel öfter für die elektrische Fortbewegungsmöglichkeit entscheiden, wenn er sie erst einmal ausprobiert hat (meine eigene Mutter als bestes Beispiel). Das hat natürlich Vorteile: alles geht mit viel weniger Anstrengung, ist schneller und vor allem auch bequemer.

Wenn es wirklich lange Strecken sind (meine Mutter wohnt 5 Kilometer von mir entfernt) kann man das noch nachvollziehen. Aber für den Einkauf, der nur einige hundert Meter entfernt getätigt wird, ist bei einigermaßen noch gut vorhandenen Muskelkräften der Rollator vielleicht doch die bessere Wahl

Man sollte bedenken: Ohne Bewegung und Anstrengung läßt gerade bei älteren Menschen die Kraft schnell deutlich nach (ich bin selbst weit über 60 und kenne das aus eigener Erfahrung), sodaß man später immer weniger Wege selbstständig ohne Gehhilfe zurücklegen kann. Dann ist das Elektromobil zwar notwendig, aber soweit hätte es oft gar nicht erst kommen müssen.

Elektromobil für Senioren – Fluch und Segen

Ich will hier niemandem den Kauf eines Scooters vermiesen. Er KANN notwendig sein, falls längere strecken es erforderlich machen. Er ist aber nicht die einzige Option, wenn Rollator oder sogar Gehstock ebenfalls noch möglich werden. Man wird einfach immer träger und bequemer, und das kann schnell negative Folgen haben.

Bei Muttern waren es übrigens meine Geschwister, die ihr (für meinen Eindruck viel zu zeitig) zum Elektromobil geraten haben. Bis dahin war sie noch recht gut mit dem Rollator unterwegs – danach erst weniger und eine kurze Zeit später gar nicht mehr. Mit dem Ergebnis, daß sie sich jetzt sogar in der Wohnung nicht mehr ohne Gehhilfe (ein Wohnungsrollator) bewegen kann.

Sollte es aber wirklich so sein, daß auch mittlere Strecken mit dem Rollator nicht mehr zu meisten sind, ist das Elektromobil natürlich ein (fast) letzter Ausweg, trotzdem noch selbstständig und mobil zu bleiben. Allerdings sollte beim Kauf eines Elektromobils auf einige Details geachtet werden, und auch die Wirkungsweise muß bekannt sein. Gerade die doch sehr hohe Beschleunigung der kleinen Scooter haben schon so manchen Fahrer überfordert! Erste Trainings sollten deshalb besser mit einem Fachmann oder zumindest einem Familienmitglied unternommen werden. Wer beschleunigt, obwohl er gerade voll eingelenkt hat, der kann sein „blaues Wunder“ erleben…

Auch beim Kauf von Zubehör sollte man sorgfältig auswählen: Es gibt heute eine ganze Menge, das wichtigste ist meiner Meinung nach aber bereits beim Kauf vorhanden. Eine Abdeckung oder Garage kann ganz nützlich sein, wenn das Mobil im Freien stehenbleiben muß. Ein Stockhalter auch, denn wer gar nicht mehr alleine stehen und gehen kann, der wird auch mit dem Elektromobil für Senioren nicht zurechtkommen. Denn Einsteigen und Aussteigen geht immer noch im Stehen am besten.

Mein Fazit Elektromobil für Senioren

Die Scooter sind eine schöne Möglichkeit, sich immer noch selbstständig fortzubewegen. Man sollte sie aber wirklich erst einsetzen, wenn andere Gehhilfen nicht mehr sinnvoll sind, wie zum Beispiel der Rollator. Und dann zusätzlich sich immer noch zu bewegen, um die Muskeln nicht erschlaffen zu lassen. Therapien gibt es ja dafür, wenn man es nicht selbst zu Hause machen kann. Auch wenn es viele moderne Elektromobile gibt, deren Anblick das Herz schneller schlagen läßt. Wie es in früheren Jahren beim Anblick des Traumautos war!